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Praktische Reisetipps für Marokko

Diese Hinweise beantworten die Fragen, die mir vor fast jeder Reise gestellt werden. Sie ersetzen keine offizielle Auskunft, sondern geben wieder, was ich in dreißig Jahren mit deutschsprachigen Gästen erlebt habe.

Sicherheit

Marokko ist für Reisende ein sicheres Land, und Marrakesch gehört nicht zu den Städten, in denen man sich Sorgen machen muss. Was vorkommt, sind Taschendiebstahl im Gedränge und die üblichen Versuche, Besucher in Geschäfte zu lotsen.

Der häufigste unangenehme Moment ist ein anderer: Jemand bietet unaufgefordert an, Ihnen den Weg zu zeigen, und verlangt danach Geld. Ein freundliches, bestimmtes „Nein danke“ genügt in fast allen Fällen.

Als Frau allein unterwegs zu sein ist möglich und wird von vielen gemacht. Man wird häufiger angesprochen als in Europa. Wer darauf nicht eingeht, wird in aller Regel in Ruhe gelassen.

Kleidung

Es gibt keine Kleiderordnung für Besucher, und niemand erwartet, dass Sie sich verhüllen. Wer Schultern und Knie bedeckt, fällt jedoch weniger auf und wird spürbar entspannter behandelt. Das gilt für Männer wie für Frauen.

In den Bergen und in der Wüste brauchen Sie mehr, als die Reisezeit vermuten lässt. Nachts kühlt es stark ab, im Winter bis an den Nullpunkt. Feste Schuhe sind in der Medina nützlicher als Sandalen: Die Gassen sind uneben und selten sauber.

Ein Kopftuch oder ein Tuch für die Wüste ist kein Folklore-Zubehör, sondern gegen Sonne und Sand tatsächlich praktisch.

Geld, Trinkgeld und Handeln

Die Währung ist der Dirham, und die Ausfuhr ist beschränkt. Wechseln Sie vor Ort, nicht in Europa, und heben Sie am Automaten ab. Bargeld ist in der Medina die Regel, Karten funktionieren nur in größeren Geschäften.

Trinkgeld ist üblich, aber es gibt keine feste Regel. In Restaurants rundet man auf, für kleine Dienstleistungen sind wenige Dirham angemessen. Wer deutlich mehr gibt, meint es gut und verschiebt die Erwartungen für die Gäste danach.

Im Souk wird gehandelt, und das ist kein Streit, sondern ein Gespräch. Nennen Sie einen Preis, den Sie zahlen würden, bleiben Sie freundlich, und seien Sie bereit, ohne den Gegenstand zu gehen. Wer nicht handeln möchte, kauft in den Läden mit festen Preisen, die es ebenfalls gibt.

Essen, Trinken und Gesundheit

Trinken Sie Wasser aus Flaschen. Das ist keine Übervorsicht, sondern die einfachste Art, die häufigste Reisekrankheit zu vermeiden. Bei Speisen ist gekocht und heiß die sichere Wahl.

Straßenküchen sind besser als ihr Ruf, wenn viel Betrieb herrscht: Wo Einheimische anstehen, ist die Ware frisch. Ich zeige meinen Gästen gern, wo das der Fall ist.

Vegetarisch essen ist problemlos möglich, vegan mit etwas Vorlauf. Sagen Sie mir Unverträglichkeiten vorher, dann spreche ich sie mit den Küchen ab, statt vor Ort zu improvisieren.

Fotografieren und Umgangsformen

Fragen Sie, bevor Sie Menschen fotografieren. Das gilt besonders für die Frauen auf dem Land und für die Gaukler auf dem Jemaa el-Fna, die für Aufnahmen Geld erwarten. Ein Nein ist ein Nein.

Moscheen sind für Nicht-Muslime in Marokko in der Regel nicht zugänglich. Die Ausnahme ist die Hassan-II.-Moschee in Casablanca. Die Koutoubia sieht man von außen, was ihrer Wirkung nichts nimmt.

Und das Wichtigste: Die Begrüßung zählt. Wer sich Zeit für ein paar Sätze nimmt, bevor er nach dem Preis fragt, wird anders behandelt. Das ist keine Technik, das ist der Umgangston des Landes.

Häufige Fragen

Ist Marokko sicher für Touristen?
Ja. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einer größeren Stadt genügen: Wertsachen im Gedränge sichern, unaufgeforderte Hilfe freundlich ablehnen.
Was muss man als Frau beachten?
Schultern und Knie bedeckt zu halten macht den Aufenthalt entspannter. Ansonsten gelten dieselben Hinweise wie für alle Reisenden.
Braucht man ein Visum?
Für Aufenthalte bis neunzig Tage benötigen deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige kein Visum. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Prüfen Sie die aktuellen Bestimmungen vor der Abreise bei Ihrem Außenministerium.

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